Karl von Holtei

Karl von Holtei führte ein bewegtes Leben mit Arbeitsaufenthalten in Dresden, seiner Heimatstadt Breslau, Riga, Prag. Berlin und vor allem Wien. Er versuchte, die deutsche Sprache gegenüber dem Französischen aufzuwerten, indem er verschiedenste Dialekte verwendete. Dieses Stilmittel gab es im Französischen nicht. Die Aufwertung des Dialekts gegenüber der Hochsprache verstand er nicht zuletzt als Aufwertung des Bürgerlichen gegenüber dem Aristokratischen. Selbst ein Adliger, bemühte er sich, zwischen Adel und Bürgertum zu vermitteln, statt die Konflikte zu betonen, die in den Revolutionsjahren 1830 und 1848 zum Ausbruch kamen. Daher sind seine Stücke eher unpolitisch, höchstens patriotisch. Sie befassen sich im biedermeierlichen Sinn hauptsächlich mit dem Privatleben und behandeln aktuelle gesellschaftliche Fragen wie zum Beispiel die Freiheit der Partnerwahl für die Ehe.

Die auch auf seinem Grabstein angebrachte Schlusszeile seines Gedichtes „Heem wihl ihch, suste weiter nischt, ock heem!“ (Heim will ich, sonst nichts, nur heim!) ist zur Redensart unter Schlesiern geworden.
 



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